Die geplante Revision des Zivildienstgesetzes geht in die falsche Richtung. 2025 leisteten Zivildienstleistende fast 1,9 Millionen Diensttage – das entspricht rund 6000 Vollzeitstellen. Gerade in Bereichen mit akutem Personalmangel, insbesondere im Sozial- und Gesundheitswesen, sind sie unverzichtbar.
Ein Abbau von über 40 Prozent der Zulassungen hätte spürbare Folgen: Alters- und Pflegeheime, Schulen und soziale Institutionen würden wichtige Unterstützung verlieren. Zivis übernehmen nicht nur praktische Aufgaben, sondern auch wertvolle zwischenmenschliche Betreuung – Zeit, die im überlasteten Pflegealltag oft fehlt. Auch in Schulen leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit.
Wer hier kürzt, schwächt genau jene Bereiche, die ohnehin am Limit arbeiten. Diese Revision gefährdet bewährte Unterstützungssysteme – zum Schaden von Pflegebedürftigen, Lernenden und dem gesamten Gemeinwesen.
Juliana Weber Killer, Landrätin SP